Suche
  • Mach mit und unterstütze uns als Mitglied!
  • E-Mail an info@priho.net
Suche Menü

“Wer gehört werden will, der muss etwas zu sagen haben” – Ein Workshop mit Tipps rund ums Texten in der PR

von Kirsten Küpers

Neun von zehn Pressemitteilungen werden nicht vollständig gelesen oder landen im digitalen Papierkorb. Worauf man beim Texten in der PR achten sollte und was die absoluten No-Gos sind, hat uns uns Annett Bergk in einem interaktiven Workshop verraten. Die langjährige Redakteurin bei unserem Förder PR-Journal gab uns wertvolle Tipps und ließ uns das Gelernte anhand von Beispielen der eigenen PRIHO-Website anwenden.

Pressemitteilungen haben das Ziel Informationen zu überliefern und stellen eines der wichtigsten Instrumente der Pressearbeit dar. Unternehmen, Verbände, Vereine und Behörden versenden Nachrichten, um über Neuigkeiten zu berichten und Aufmerksamkeit zu generieren. Für Journalisten sind sie eine wichtige Informationsquelle. Jedoch erhalten sie Hunderte von Mitteilungen am Tag und bereits nach wenigen Minuten wird entschieden, welche relevant ist und welche nicht.

Back to Basics

Eine Pressemitteilung zu verfassen, bedeutet Aufwand und Überlegungen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass diese nach kurzem Überfliegen als unnötig empfunden und gelöscht wird. Bei dem herrschenden Zeitdruck und der Anzahl an Nachrichten, denen Journalisten ausgesetzt sind, passiert dies nicht selten. Welche Faktoren die Journalisten überzeugen, eine Mitteilung zu lesen, erklärt Annett Bergk anhand einiger Grundregeln. Mit dem Einhalten dieser Vorgaben erleichtert der Verfassende nicht nur dem Lesenden, sondern auch sich selbst den Überblick über die Inhalte der Meldung zu behalten.

First things first: Am Anfang jeder Nachricht steht die Anrede. Die korrekte Ansprache sowie Schreibweise der Ansprechperson sind elementar. Sie vermitteln einen ersten Eindruck. Orthografie, Grammatik und Interpunktion sollten stets geprüft sein. Dies gilt natürlich für den gesamten Text, nicht bloß für die Anrede.

Um Rezipienten einen inhaltlichen Mehrwert zu bieten, sollten die sechs W-Fragen unbedingt beantwortet werden. Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Wie?

Sind diese Fragen in einem Text beantwortet, sind die Chancen höher, gelesen zu werden. Zusätzlich sollte hervorgehen, was der Grund für die Mitteilung ist und warum diese von Relevanz ist (besonders für den Adressaten). Daher sollte man sich überlegen: Habe ich etwas zu sagen? Denn “wer gehört werden will, der muss etwas zu sagen haben”.

Das Ziel ist verständlich zu kommunizieren

Nun gehören aber auch formale Eigenschaften zu einer guten Pressemitteilung. Der Aufbau der Nachricht ist ebenso relevant wie die Zusammenhänge zu erläutern. Präzise, aber nicht überflüssig ist hier die Kür. Kurze Sätze vereinfachen das Verständnis. Abkürzungen sollten bei der ersten Verwendung durch eine Erklärung ergänzt und ab der zweiten Verwendung alleinstehend verwendet werden. Dies erleichtert die Lesbarkeit des Textes.

Eine gute Art Texte sprechen zu lassen, ist das Storytelling. Neuigkeiten spannend zu verpacken und die kurze Aufmerksamkeitsspanne der Journalisten*innen zu füllen, ist also das große Ziel. Wird ein Pressetext abgedruckt oder sogar vollständig übernommen, ist dies das größte Lob.

Neben Inhalt und Aufbau der Nachricht sind jedoch auch die Rahmenbedingungen zu bedenken. Beim Verfassen einer Mitteilung  sollte man sich sowohl zielgruppenspezifisch als auch kontextbezogen ausdrücken. Das Ziel und vor allem die Zielgruppe sollte beim Formulieren der Nachricht immer im Vordergrund stehen. Das Timing einer Nachricht ist ausschlaggebend. Wird eine Pressemitteilung nach Redaktionsschluss des Empfängers versandt, wird die Meldung nicht mehr berücksichtigt. Die Aktualität der Nachricht kann dadurch verfallen. Besonders wichtig ist die Rücksichtnahme vor einem Wochenende. Wird die Mitteilung erst am Montag, statt Freitag gelesen, könnten die Informationen veraltet, nicht mehr relevant oder schlichtweg nicht mehr zutreffend sein.

Ebenfalls zu beachten sind Richtlinien des eigenen Unternehmens/des Absenders z. B. in Bezug auf Themen wie gendergerechte Sprache. Nicht nur die Frage, OB gegendert wird, sondern auch WIE, sind festgelegt.

Füllwörter und Klischees haben zudem nichts in PR-Texten zu suchen. Ebenso erschweren mehrfach lange Sätze, die nur aneinander gereiht sind, das Leseerlebnis.

Umsetzung der Regeln anhand eigener Beispiele

Nach dieser Einführung waren wir an der Reihe. Anhand von vier Aufgaben übten wir unsere Fähigkeiten in Bezug aufs Texten zu verbessern und ein besseres Gespür für Satzstrukturen zu bekommen. Die erste Aufgabe bestand darin, einen sehr langen Satz in mehrere Sätze aufteilen. Es handelte sich dabei um einen Satz, der von unserer eigenen PRIHO-Website stammt. In Kleingruppen stellten wir den Satz in 2-3 Sätze um, die das Wichtigste fokussierten und dabei einer klaren Priorisierung folgten. Als zweite Übung sollten einige Sätze umformuliert, in einen Kontext gebracht und präziser gestaltet werden. Anschließend war Kreativität gefragt. Es gab drei Angaben, die jeweils in bildliche Darstellungen umgewandelt werden sollten. Ziel der Übung war es, willkürliche Zahlen greifbar zu machen, um diese leichter einordnen zu können. Diese Aufgabe war schwieriger als zunächst gedacht. Sie bewegte die Teilnehmenden dazu etwas anders über Zahlen und Maße nachzudenken. So wurde aus der Angabe 82 Liter Kaffee halb so viel, wie ein durchschnittlicher Bundesbürger pro Jahr trink und eine Kugel mit Durchmesser von 8 mm wurde durch den Vergleich einer Erbse dargestellt. Abschließend galt es Synonyme für einige Wörter zu finden.

Für diejenigen, die noch immer nicht genug vom Texten bekommen haben, bestand die letzte Aufgabe im Verfassen einer Pressemitteilung (natürlich ebenfalls zu einem PRIHO-Thema).

Sum Up und Checkliste

Zusammenfassend war der letzte Workshop in diesem Jahr ein sehr gelungener. Viele Informationen, Tipps und Übungen anhand von praxisnahen (sogar unseren eigenen!) Beispielen, vermittelt in einer absolut lockeren und angenehmen Atmosphäre.

Eine Checkliste mit den Grundregeln, die beim Verfassen der nächsten Pressemitteilung hilfreich sein werden:

  • Korrekte Anrede
  • Kurze, klare und eindeutige Ausdrucksweise
  • Fokus auf Zielgruppe & Kontext 
  • Beantwortung der W-Fragen
  • Priorisierung der Informationen
  • Ziel der Mitteilung
  • Timing & Aktualität
  • Abkürzungen ggf. erläutern

Wir bedanken uns herzlich bei Annette Bergk für den informativen und zugleich unterhaltsamen Workshop und unserem Förderer dem PR-Journal für die Unterstützung. Wir wünschen allen ein frohes Fest!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*